Kriechknacker

Ich hasse es, wenn sich jemand einfach in mein Leben schleicht, mit arroganter Penetranz  ständig auf seine Anwesenheit aufmerksam macht, nur um dann, wenn jemand glaubt die Nuß geknackt zu haben, präpotent und triumphierend wieder aus meinem Leben zu kriechen.

Solche Menschen können mir so viel von gestohlen bleiben….

PrOST

Während die Welt schockiert über Britney Spears und euphorisch über Flocke’s ersten dreiklang-Pfurz in E-Moll ist, bin ich verwundert. Über unvorhergesehene Post. Von dem grössten Konventspital Österreichs, dessen Mitarbeiterin ich vor einigen Jahren einmal war.

Das praktische an dieser Firma war, daß man sich nicht um bürokratische Dinge wie ein Kündigungsschreiben bemühen musste. Ein Gang in die Verwaltung erübrigte Adressieren und mühsames Formatieren, geschweige denn, punktiertes Aufzählen der Kündigungsgründe, denn dort lag ein Vordruck für solche Entscheidungen auf. Name, Datum Unterschrift individuell einsetzbar.

Sehr geehrte Direktion!

Mit Datum einsetzbar küngige ich das Dienstverhältnis vom Datumseintritt einsetzbar.

Personalnummer x329z41206

Hochachtungsvoll

Einmal abgegeben, setzte höchste Geistlichkeit in ihrer Scheinheiligkeit ein freundliches in zittriger krakeliger Handschrift ein

[zur Kenntnis genommen und einverstanden, Datum, die Oberschwester]

darunter.

(Originell hätt ich ja ein Gott sein Dank darunter gefunden…. dann wären so manche Gedanken von mir ungebremst rausgesprudelt… )

In einer schmuddeligen Kopie, bekam ich es so auf die Station zurück, ohne Kuvert selbstverständlich (man denke an die unnötigen Kosten)

Von dem Abgesehn, daß ich mein persönliches Kündigungsschreiben niemals mit Hochachtungsvoll gezeichnet hätte, wäre ich auch mit einem Einzeiler bei weitem nicht ausgekommen. Die verwehrte Chance, eventuell Kritik an höchste Scheinheiligkeit üben zu können, zeigte nur, welch abgrundtiefe Geringschätzung gegenüber dem Personal widergespiegelt wurde. Immerhin hatte ich,  in Erwartung des Desinteresses von der Oberscheinheiligkeit an möglichen Personalbindungsstrategien, darauf verzichtet mir Kündigungsgründe auch nur zurecht zu legen.

Im übrigen war weder ein Einverständnis der Kündigung erforderlich, noch genügte eine abgefuckte Kopie mit handschriftlichem Vermerk den Anforderungen der Situation. Aber das sprach ich damals auch nur in Gedanken aus. Und wunderte mich.

Bei der Abgabe von Schlüsseln, Personalkarte und Strichcode machte mich allerhöchste Scheinheiligkeit darauf aufmerksam, ich könnte die endgültigen Unterlagen in einigen Wochen abholen. Da es sich um unbedeutende 3 Zettel handelte, meinte ich, das könne man auch gerne dem Postweg anvertrauen.

Mit diesem Wunsch hatte ich mir die guten Wünsche für meine weitere Laufbahn endgültig verdorben.

Wütend schnaubend, dem Herztod nahe, keuchte mir  der Pinguin vor, wie teuer das wäre, Unterlagen mit der Post zu versenden, noch dazu an Mitarbeiter, die eigentlich ja keine mehr wären. Zu diesem Zeitpunkt.

Angesichts dieser plausiblen Erklärung und der wirtschaftlichen Lage des grössten Konventspitals Österreichs, fand ich es dann doch aktut derart dreist von mir, solch ein Opfer zu verlangen. Noch dazu, wo ich es doch gar nicht zu schätzen wußte, daß ich mich dort unter meinem Wert verkaufen durfte, aus reiner Nächstenliebe – selbstverständlich.

Ich versprach, extra die 30 km (einfache Fahrt) in ein paar Wochen auf mich zu nehemen um die 3 Schriftstücke abzuholen und gleichzeitig etwas zur Klimaerwärmung beizutragen.

Freilich, tat ich das nie. Man muss es nur abwarten können. Heute erreichten mich die Unterlagen per Post aus dem Jahre 2001.

Gratulation!

Wenn die damals weggeschickt wurden, könnte das in der Tat etwas teuer geworden sein, aber was kümmert es mich.

Ps: Liebe Kreuzschwestern, wir haben nun auch schon seit geraumer Zeit den Euro.